Festplatten etwa 10 Jahre alt, gibts da Probleme?

Wer sich eine neue Kiste zulegen möchte, bzw. seine "alte" aufrüsten möchte ist hier genau richtig. Aktuelle Hardware-Test`s und ein Team von Freaks die euch jede Frage zu aktueller Hardware beantworten können geben diesem Forum das gewisse "etwas".
  • Beitrag 27. Feb 2018 15:46

Festplatten etwa 10 Jahre alt, gibts da Probleme?

Die, die ich hier so liegen habe sind teilweise von 2006 oder älter.

Ich hatte mal einen ganzen Stapel von denen bekommen (als Schrott ausgesondert) und die haben noch fast ideale Werte.
Die haben zum Teil gerade mal 2500 Stunden drauf.

die 80 GB Platten habe ich größtenteils zum Teufel gejagt oder weitergereicht, weil sie mir zu klein sind.

aber die 250er wollte ich gerne in ein Leeres NAS Gehäuse (ebenfalls Ausschuss) tun und weitere zwei davon im Rechner für Videos als Aufnahmeplatten nutzen.

Bisher habe ich die einmal im Monat angesteckt und im Idle ohne Datenaustausch 10 Min laufen lassen.

Spricht da seitens des hohen Alters was gegen?

Was kann da Alterbedigt passiert sein?
Lockpicking hat was von Superheldentum. Alle freuen sich, wenn man hilft. Aber mit großer Macht geht auch große Verantwortung einher.

Ich muss los, die Platte putzen!"Bastelstube"
Marinopick
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  • Beitrag 28. Feb 2018 07:09

Re: Festplatten etwa 10 Jahre alt, gibts da Probleme?

Wenn die Platten wirklich nur ein paar Stunden gelaufen sind, würde ich es riskieren (aber sicherheitshalber die Daten spiegeln).
Natürlich nur für private Zwecke, niemals im Geschäftsumfeld.

Nur wenn die wirklich schon seit mehreren Jahren am Stück gelaufen sind wirds kritisch, da können ganz leicht mechanische Defekte auftreten.

Ich hatte hier eine 1TB-Platte von 2010, ca. 3000 Stunden gelaufen.
Ein paar Tage ging es gut, dann ging erst die Datenrate rapide in den Keller und nach einiger Zeit war die Platte aus dem System verschwunden, d.h. nicht mehr ansprechbar.

Zum Glück war's nur die 2. Datensicherung..
meister
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  • Beitrag 28. Feb 2018 16:23

Re: Festplatten etwa 10 Jahre alt, gibts da Probleme?

Die Frage lässt sich kaum beantworten, es hängt von vielen Faktoren ab, welche Lagerbedingungen bestanden haben, wie die Festplatten transportiert wurden, und nicht zuletzt von den Platten selbst. Grundsätzlich würde ich aber bei den halbwegs modernen Festplatten keine Bedenken haben, Vorsicht ist bei Festplatten mit Heliumfüllung angebracht, speziell die älteren Modelle verlieren mit der Zeit ihre Füllung.

Auch Festplatten im Dauerbetrieb können locker 10 Jahre und älter werden, sofern sie unter den richtigen Bedingungen betrieben werden. Meist häufen sich die Ausfälle zu Beginn der Lebensdauer, dann ist längere Zeit Ruhe, und beim erreichen der MTBF (Mean Time Between Failure) steigt die Ausfallrate dann wieder an. Während die Ausfälle zu Beginn der Lebenszeit hauptsächlich durch Herstellungsfehlern und Transport sowie Lagerschäden hervorgerufen werden, so treten vor Erreichen der MTBF Ausfälle meistens durch fehlerhaften Einsatz auf (zu hohe Temperaturen, fehlerhafte Spannungsversorgung etc.).

Ich selbst habe hier noch eine Festplatte von 2007, und die läuft immer noch absolut rund für ca. 60 Stunden in der Woche. Zwei Festplatten von 2009, bei denen ich zu Beginn sogar defekte Sektoren reparieren bzw. remappen musste (hat wohl der Hersteller beim Endtest versäumt), laufen ebenfalls noch als wenn sie neu wären.

Ansonsten gilt bei allen Datenträgern, egal wie alt und egal von welchen Hersteller, es sollte immer ein Backup erstellt werden. Und zwar auf einen anderen Datenträger, und auch nicht mittels RAID. Man sollte zur Archivierung nach Möglichkeit auch keine proprietären Programme verwenden, da man niemals sicher sein kann ob man an die Daten herankommt falls die Programme nicht mehr verfügbar oder funktionstüchtig sind. Die wichtigsten Daten von mir lagere ich auf einer externen Festplatte sowohl bei mir zuhause und als Kopie in einem Bankschließfach. Dass es im Leben eines modernen Menschen zu einem Ausfall oder Verlust eines Datenträgers kommt ist fast zu 100% sicher, ob es auch zu einem Datenverlust kommt liegt aber ganz allein in der Hand des Anwenders.
Piel
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  • Beitrag 28. Feb 2018 18:13

Re: Festplatten etwa 10 Jahre alt, gibts da Probleme?

Das Alter an sich ist kein Problem. Ich hab letztens eine Platte von 1992 auf dem Tisch gehabt. Dos 6.2, Windows 3.1, fehlerfrei.
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worgan
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  • Beitrag 28. Feb 2018 19:21

Re: Festplatten etwa 10 Jahre alt, gibts da Probleme?

worgan hat geschrieben:Das Alter an sich ist kein Problem. Ich hab letztens eine Platte von 1992 auf dem Tisch gehabt. Dos 6.2, Windows 3.1, fehlerfrei.

Das ist doch kein Alter für ne Festplatte !
boianka
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  • Beitrag 28. Feb 2018 20:50

Re: Festplatten etwa 10 Jahre alt, gibts da Probleme?

boianka hat geschrieben:
worgan hat geschrieben:Das Alter an sich ist kein Problem. Ich hab letztens eine Platte von 1992 auf dem Tisch gehabt. Dos 6.2, Windows 3.1, fehlerfrei.

Das ist doch kein Alter für ne Festplatte !

Schon, aber diese Platten haben ein sehr bescheidenes Verhältnis von Größe und Gewicht zur Speicherkapazität, auch die Schreibgeschwindigkeit ist miserabel. ;)
Piel
Kaiser
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  • Beitrag 28. Feb 2018 21:15

Re: Festplatten etwa 10 Jahre alt, gibts da Probleme?

Piel hat geschrieben:und auch nicht mittels RAID.


RAID 0 klar nein (ist auch keins), aber wieso generell kein RAID?
Lieber die Katze auf dem Arm als den Tiger im Tank.
worgan
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  • Beitrag 28. Feb 2018 22:06

Re: Festplatten etwa 10 Jahre alt, gibts da Probleme?

worgan hat geschrieben:
Piel hat geschrieben:und auch nicht mittels RAID.


RAID 0 klar nein (ist auch keins), aber wieso generell kein RAID?

Weil RAID eben kein Backup ist, egal welches RAID-Level man benutzt. Klar kann RAID vor dem Hardware-Ausfall einer Festplatte schützen, aber ein RAID schützt nicht vor anderen Gefahren. Dazu zählt z.B. ein Virusbefall, z.B. in Form eines Verschlüsselungstrojaner, ein Fehler des Betriebssystem, ein Anwendungsfehler, oder ein Fehler des Benutzers (versehentliches Löschen, gerne auch des gesamten RAID Verbunds).

Selbst wenn man ein RAID besitzt benötigt man daher zwingend ein "richtiges" Backup um seine Daten zu sichern. Idealerweise ein Offline-Backup, am besten an zwei unterschiedlichen Orten. Und wenn man sowieso ein "richtiges" Backup machen muss, so erübrigt sich oft auch ein RAID, zumindest was die Datensicherheit angeht. Ein RAID macht aber z.B. Sinn bei Hochverfügbarkeitssystemen, wo ein kurzer Ausfall schon zu Problemen führen kann. Oder halt wenn man die Geschwindigkeit erhöhen möchte.

Zu diesem Thema habe ich mir schon etliche male den Mund fusselig geredet, und trotzdem musste ich mir später das Geheule anhören wenn die Daten weg waren. Oder ich musste mit meiner Datenrettungssoftware aushelfen, weil eben kein Backup vorhanden war. Ich habe nichts gegen RAID, aber ein RAID ist halt kein Backup. ;)

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Piel
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  • Beitrag 1. Mär 2018 07:27

Re: Festplatten etwa 10 Jahre alt, gibts da Probleme?

Missverständnis!
Ich meinte nicht "aktiv betriebenes RAID als Datensicherung", sondern "Datensicherung mit RAID".
Wenn man eine defekte Datei hat, kann das mehrere Gründe haben. Ist sie digital defekt, hilft RAID nicht, aber wenn eine Platte kaputt ist, auf der die Datei ist, und man hat eine zweite Platte auf der die Datei auch ist, dann schon. Wenn man nur eine einzelne Platte bzw. ein einzelnes Band hat, dann nicht. Es ist immer eine Frage, was Datensicherung ist. 1997 bekam ich die Empfehlung, zwei Partitionen zu machen und auf die zweite die Datensicherung. Erschien mir als Anfänger logisch.
Lieber die Katze auf dem Arm als den Tiger im Tank.
worgan
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  • Beitrag 1. Mär 2018 10:36

Re: Festplatten etwa 10 Jahre alt, gibts da Probleme?

worgan hat geschrieben:Es ist immer eine Frage, was Datensicherung ist.

Da gibt es keine Frage bez. der Definition, eine Datensicherung muss Daten vor allen wesentlichen Gefahren schützen, sonst handelt es sich eben nicht um eine Datensicherung. Dazu gehört vor allem der Datenverlust durch Trojaner bzw. Viren, diese Gefahr ist mittlerweile ungleich höher als ein Hardwareausfall. Eine Datensicherung die dagegen nicht schützt ist keine richtige Datensicherung, es gibt keine halbe Datensicherung. Und da man nicht um eine richtige Datensicherung herum kommt kann man auf ein RAID im Grunde genommen ganz verzichten, weil es dann nicht nur überflüssig ist, sondern sogar eine zusätzliche Fehlerquelle darstellt. Was glaubst Du wie oft ich schon Daten aus einem RAID Verbund retten musste, weil der Benutzer Fehler bei der Konfiguration gemacht hat oder der Controller Mist gebaut hat. Hier hat mir bisher R-Studio immer gut geholfen, auch wenn das Programm nicht kostenlos ist. R-Studio kann gut RAID umgehen, auch Carving ist mit selbstgemachten Signaturen Möglich.

Nachmal: Klar kann man auch als Privatmann ein RAID verwenden sofern man zusätzlich eine richtige Datensicherung betreibt. Aber desto besser die richtige Datensicherung ist, umso unnötiger wird dann ein RAID. Dies wäre sozusagen so als würde ich meine Festplatte im Bankschließfach zusätzlich durch einen Möbeltresor schützen. Kann man machen, erhöht die Sicherheit möglicherweise sogar um ein paar Prozent, ist aber Aufwändig. In Servern hingegen macht ein RAID Sinn, da man im Falle eines Defekts die defekte Platte austauschen kann, ohne dabei das System stoppen oder herunterfahren zu müssen. Auch hier gilt: Es ist keine Datensicherung sondern sorgt für die unterbrechungsfreie Verfügbarkeit des Servers. Trotzdem muss der Admin eine richtige Sicherung der Daten machen.

Datensicherung ist immer umfassend zu betrachten, eine Kombination aus verschiedenen Verfahren kann man als Datensicherung bezeichnen, nicht aber eine einzelne Technik wie RAID, welche die Daten eben nicht vollständig sichert. Dabei ist es im Grunde genommen gar nicht so schwer seine Daten richtig zu sichern, ich erlebe halt oft dass die Leute nachlässig sind, teilweise halt weil sie ein RAID haben. Im beruflichen Umfeld wird es dagegen ungleich schwieriger, vor allem wenn es um betriebswirtschaftlich relevante Daten geht.

Was die zusätzliche Partition angeht: Klar ist dies keine Datensicherung, kann aber trotzdem im Gesamtkonzept einer Datensicherung Sinn machen. Ich habe neben meiner Systemfestplatte auch eine zusätzliche Festplatte in meinem Computer, dort speichere ich alle wichtigen Daten. Dies macht es leicht die Daten auf einer externen Festplatte zu sichern (sofern diese groß genug ist). Auch hier gilt: Die zusätzliche Festplatte alleine ist keine Datensicherung, eben sowenig wie die zweite Festplatte in einem RAID Verbund.

Ich benutze z.B. Robocopy um die Daten zu kopieren und WinMerge um die Verzeichnisse bzw. Platten zu vergleichen (geht auch mit Robocopy, aber WinMerge ist hübscher). Die externe Platte im Schließfach wird alle zwei Monate gegen die andere Platte getauscht, wichtige Daten lasse ich zudem zusätzlich zur Sicherung auf der externen Festplatte mittels Online Backup sichern, da habe ich sogar eine Versionierung falls ich mal versehentlich etwas überschreibe. Sollte zwischen dem Austausch der Festplatte im Schließfach ein Feuer ausbrechen oder ein Langfinger zuschlagen könnte ich mit dem Verlust leben, da die sehr wichtigen Daten welche sich oft ändern dann noch online Verfügbar sind.

Die Zutaten sind recht simpel: Drei Festplatten mit jeweils 4TB Kapazität (eine Intern und zwei externe Platten), ein Schließfach (habe ich sowieso) und ein Online-Backup mit Versionsverwaltung. Man kann sich mittels Robocopy ein Script bauen welches man nur ausführen muss wenn man die externe Platte angehängt hat, Robocopy spiegelt dann das Zielverzeichnis mit dem Quellverzeichnis.

Mit Backup Programmen welche ein proprietäres Format besitzen bin ich extrem Vorsichtig, vor einigen Jahren hatte ich mal eine böses Erlebnis mit Acronis Workstation. Eine bestimmte Programmversion (Build) produzierte Backup-Archive die von den nachfolgenden Versionen nicht erkannt worden sind, beim Versuch diese Archive zu öffnen kam nur eine Fehlermeldung ala "Archiv nicht erkannt" bzw. "Archiv nicht lesbar". Der Support war dabei überhaupt nicht hilfreich, Informationen zur Struktur der Archive oder sogar ein Tool um ein Archiv zu analysieren gibt es nicht bzw. als Anwender bekommt man so etwas nicht.
Piel
Kaiser
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